[Groundhopping] Hertha BSC Berlin vs FC St. Pauli 1910

Eigentlich sollten Montagsspiele abgeschafft werden, aber St. Pauli gegen Hertha im Berliner Olympiastadion konnte sich die fränkische Reisegruppe nicht entgehen lassen. Also machte man sich nach wochenlanger Vorfreude auf den Weg, als Verpflegung eine Kiste Astra und eine undichte Wasserflasche. Nach dem obligatorischen Stau auf der A115 erreichten wir das Stadion und konnten den befreundeten Brandenburger Fananhang begrüssen.

16 Euro Eintritt sind für ein Spiel der zweiten Liga nicht ohne ebenso eine Bratwurst für 3 Euro. Der Tiefpunkt des Caterings war allerdings Light-Bier für 4(!) Euro pro halben Liter. Auf dem Weg in unseren Block stand dann die alte Glocke aus dem Berliner Olympiastadion, bei der das sich darauf befindliche Hakenkreuz nur sehr halbherzig entfremdet wurde.

Das Stadion ist von außen sehr monströs, im Inneren hat es den unanspechenden Charme eines Leichtathletikstadions. Es gibt ausschließlich Sitzplätze und man befindet sich aufgrund einer blau-weißen Laufbahn sehr weit vom Spielfeld entfernt. Mit 39127 Zuschauern war das Spiel für die zweite Liga sehr gut besucht, beide Fanlager machten zu Beginn ordentlich Stimmung. Highlight der ersten Minuten war ein Flitzer, der dem Schiedsrichter eine Weihnachtsmannmütze über den Kopf zog. Die Ultras von Hertha hatten zwei Choreos mit beschrifteten Tapeten vorbereitet. Die Erste mit der Aufschrift „Nein zu feiger Waffengewalt“ bezog sich auf einen Vorfall am Wochenende. Ein Fan von Hansa Rostock wurde am Samstagabend im Berliner Hauptbahnhof von einem Unbekannten niedergestochen. Die Zweite richtete sich an die Fans des FC St. Pauli und war eher in der Rubrik „Unterirdisch“ anzusiedeln. Die Hamburger waren gewohnt lautstark.

In der ersten Hälfte waren Torszenen zunächst Mangelware. Hertha hatte zwar mehr Ballbesitz, St. Pauli war allerdings die druckvollere Mannschaft. Kurz vor der Pause war St. Pauli der Führung nahe, Herthas Torhüter Kraft verhinderte allerdings den Rückstand. Kurz danach war Bartels nach einem Pass von Ginczek durch und verstolperte den Ball. Im Hamburger Tor kratzte Tschauner zwei Bälle erstklassig von der Linie und es ging torlos ging es in die Pause. In der zweiten Hälfte wurde Hertha zunehmend stärker und schoss dann folgerichtig das 1-0 in der 85. Minute. Schachten hatte für St. Pauli in der 89. Minute noch die Chance zum Ausgleich als er nach einer Ecke völlig frei zum Kopfball kam. Der Berliner Verteidiger Pekarik lenkte den Ball aber auf der Linie mit dem Knie noch ab.

Es war kein unverdienter Sieg der Hertha, die zum zwölften Mal in Folge ungeschlagen bleibt und weiterhin auf dem zweiten Tabellenplatz verweilt. St. Pauli rutscht auf den zwölften Platz und muß die erste Liga-Niederlage unter Michael Frontzeck hinnehmen.


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