Braune Töne aus Oberfranken Vol.II – Die Lichtenfelser Band Burning Hate

Bereits im November beschäftigte sich Provincia Franconia in einem Artikel mit neonazistischer Musik aus Oberfranken. Damals lag der Schwerpunkt der Berichterstattung im Landkreis Hof, die Band Burning Hate wurde nur beiläufig erwähnt. Um den Überblick über die braune Musikszene abzurunden handelt dieser Artikel nun von den Nazirockern aus Lichtenfels.

Die Geschichte der Band

Laut dem bayerischen Innenministerium gründete sich Burning Hate im Jahr 2005 aus den Reihen der beiden Neonazibands Aryan Rebels und Division 28. Während Letztere keine nennenswerten Veröffentlichungen vorweisen konnte, brachten die Aryan Rebels zwei Tonträger auf den Markt. 1998 erschien eine, in Eigenregie produzierte, Demo MC mit dem Namen White Youth White Hate. 2003 folgte das Album Spirit of 33, das von dem amerikanischen Label Imperium Records vertrieben wurde und auf dem sich die Lieder des vorausgegangenen Demos in besserer Qualität befanden. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indizierte das Album 2006, wohl auch weil auf der CD das in Deutschland nach §86a StGB (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen) verbotene Horst-Wessel-Lied eingespielt wurde.

Das Cover des Aryan Rebels-Albums Spirit of 33
Das Cover des Aryan Rebels-Albums Spirit of 33

2005 – Neuer Name, neue Musik, immer noch Nazi

Die Neugründung der Band Burning Hate brachte sowohl personelle, als auch musikalische Veränderungen mit sich. Während die Aryan Rebels den klassischen, stumpfen Nazirock spielten, begab sich ihr Nachfolgeprojekt auf neues Terrain. NSHC (National Socialist Hardcore) war und ist die Stilrichtung in der sich die braune Combo bewegt. Der NSHC stellt eine aggressivere Musikrichtung innerhalb der Naziszene dar und ist eine Abwandlung des eher der linken Szene zuzurechnenden Hardcore-Punk. Die Ästhetik der NSHC Szene bietet eine breite Anschlussfähigkeit zu anderen, nicht-rechten jugendkulturellen Stilen, da sie bewusst auf eindeutig rechte Codes und Symbole des Nationalsozialismus verzichtet. Textlich jedoch lässt Burning Hate keinen Zweifel daran, welche Ideologie die fünf Bandmitglieder, die überwiegend im Raum Lichtenfels beheimatet sind, vertreten. Auf dem 2008 erschienenen Album This is the End of our Days befinden sich unter anderem Lieder namens Good Night Left Side oder Jagdsaison. Im folgenden dokumentiert Provincia Franconia den Text des Liedes Jagdsaison:

Die Sonne geht unter, der Mond steigt auf die Nacht beginnt und du weißt genau, jetzt ist die Zeit gekommen die Jagdsaison hat heut Nacht begonnen, begonnen.

Die Jagdsaison hat begonnen kommt zu uns und reiht euch ein. Die Jagdsaison hat begonnen kommt zu uns und seid alle bereit, seid alle bereit.

Die Waffe durchgeladen, jetzt gehst du los und streifst durch Nacht und Nebel, deine Wut ist so groß du siehst dein Opfer, hast es anvisiert Herz oder Kopf, es liegt nun jetzt an dir, an dir.

Die Jagdsaison hat begonnen kommt zu uns und reiht euch ein. Die Jagdsaison hat begonnen kommt zu uns und seid alle bereit, seid alle bereit.

Du hast dein Opfer schwer getroffen er liegt am Boden, blutend und benommen. Du zückst ein Messer ein Stich, es ist tot und alles beginnt wieder von vorne, von vorne.

Konzerte – Bayernweit, bundesweit und international

Bis 2010 trat Burning Hate vornehmlich im bayerischen Raum auf und nur selten mit anderen NSHC-Bands. Seit 2010 sind vermehrt Konzerte in anderen Bundesländern zu beobachten und auch auf internationalen Musikveranstaltungen der extremen Rechten war die Band bereits vertreten. Eine Auswahl an Konzerten von Burning Hate seit 2005:

  • 22. Oktober 2005, Konzert mit den Bands Spreegeschwader, Act of Violence, Blutstahl, SKD und Burning Hate in Mitterskirchen (Niederbayern).
  • 04. März 2006, Konzert mit den Bands Angriff, Propaganda, Radikahl, Razors Edge und Burning Hate in Großlellenfeld (Mittelfranken).
  • 01. September 2007, Konzert mit Feldherren, Spreegeschwader, National Born Haters, Blitzkrieg und Burning Hate in Halsbach (Oberbayern).
  • 02. Februar 2008, Konzert im Raum Südthüringen mit Civil Disorder, Eternal Bleedin, Diary of a dying nation und Burning Hate.
  • 30. Oktober 2010, Konzert bei Colditz (Sachsen) mit den Bands Intifada, Murder in Society, Deutschtum, Häretiker, Strongside und Burning Hate.
  • 05. März 2011, NS-Winterfest in Sangershausen (Sachsen-Anhalt) mit den Bands Legion of Thor, Carpe Diem, Timebomb und Burning Hate.
  • 28. Mai 2011, NSHC-Konzert unter dem Motto „Frühlingserwachen“ mit den Bands 2 Minutes Warning, Bloody Memory und Burning Hate in Amberg (Oberpfalz).
  • 06. August 2011, „Rock für Deutschland“-Festival mit Brutal Attack, National Born Haters, Radikahl, Selektion, Ferox & Barny und Burning Hate in Gera (Thüringen).
  • 04. Februar 2012, Konzert mit Painful Awakening, Thrima, Death On Horizon und Burning Hate in Staupitz (Sachsen).
  • 14. Juli 2012, „Veneto Summerfest“ der neonazistischen „Veneto Fronte Skinheads“ mit den Bands Sleipnir, Testudo, Justicia, Lemovice, Confident of Victory, Legittima Offesa, Soliti Sospetti, Linea Ostile und Burning Hate in Italien.

Burning Hate live in Staupitz am 04. Februar 2012
Burning Hate live in Staupitz am 04. Februar 2012

Fazit

Die Band Burning Hate erfährt mit ihren Veröffentlichungen immer wieder Aufmerksamkeit in der bundesdeutschen und mittlerweile auch in der internationalen Neonaziszene. Die braune Truppe verfügt zudem über gute Kontakte zu anderen NSHC-Combos in Thüringen und Sachsen-Anhalt. Durch persönliche Umstände ist auch eine Anbindung an die nordsächsische Region gegeben. Wie andere neonazistische Subszenen sozialisiert NSHC Jugendliche und junge Erwachsene in eine Lebenswelt, in der die Anwendung von Gewalt gegenüber politischen und weltanschaulichen Gegnern offensiv propagiert wird. Dies ist auch bei der Band Burning Hate der Fall. Die Anschlussfähigkeit der Codes der NSHC-Szene darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der positive Bezug auf neonazistische Ideologie für den National Socialist Hardcore ein wesentliches Element ist.


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